Dem Wulff wir der Zapfen gestreichelt.

Es ist einfach nicht zu fassen: Da ist der arme Wulff, der umgeben von Freunden und seiner Beraterin einfach zu blöd ist einen Fehler einzugestehen, um so eine missliche Lage zu bereinigen, nein, da wird erst der (eine) Freund gefeuert, und dann überlegt, wie man sich gemütlich aus einem Amt stiehlt und dabei noch richtig abräumen kann. Wer würde nicht mal gerne für knapp zwei Jahre den Oberhäuptling spielen, der eigentlich nix zu sagen hat, aber auf Staatskosten reisen und ein Schloß bewohnen kann (statt diesen piefige niedersächsischen Klinkerbaus, wo ich bei dem Preis schon dachte, dass zu dem Grundstück Hannover gehören müßte), um dann für den Rest seines Lebens ein Salaire zu kassieren, was etwa der Lebenssicherung von 500 Hartz VI-EmpfängerInnen entspricht (dass Wulff der 5. Bundespräsident ist, dem dies aus der Staatskasse zugute kommt – als hätte diese Personen zu Lebzeiten nicht schon genug zurückgelegt und verdient, neben Pensionen und Renten).
Der Schwiegermutter-Liebling Christian Wulff mit seinem niedersächsischen Sparzwang entpuppt sich als Schnorrer, einer, der nur auf seinen persönlichen Vorteil bedacht ist. Der Bundespräsident soll einer für Alle sein, aber wer für Alle sein soll, ist letztlich für niemanden.
Schade, dass die Diskussion statt um Wulff und die, wie immer geartete Beschädigung des Amtes – welches Amt wurde denn bisher nicht missbraucht? – nicht um das Amt selbst geführt wird. Brauchen wir einen Bundespräsidenten? Und die nächste Pfeiffe steht schon wieder vor der Tür.
Dass Wulff nicht einsichtig ist, ja anscheinend gar kein Bewußtssein dafür hat, dass er gelogen und betrogen hat, zeigen seine (weiterhin) überzogenen Forderungen. Wenn das Volk mich nicht will, soll es wenigsten für mich zahlen – und mir ordentlich den Zapfen streicheln. Nicht dreimal, sondern viermal.
Es ist wohl ein Gerücht, dass Wulff als Abschiedslied von der Trachtenkapelle sich das Lied „Wer soll das bezahlen...“ bestellt hat. Und die feigen Nüsse von SPD und Grüne, die jetzt beim Zapfen streicheln nicht dabei sein wollen hätten auch mal mehr Rückgrat zeigen können, statt bildlich gesprochen ihn zu ohrfeigen, hätte das ja auch mal physisch geschehen können, aber nein, da muß ja noch Frau Nahles ungefragt für einen „Ehrensold“ an Halbseidene sich aussprechen.
Es ist einfach nicht zu fassen.

Jochen Knoblauch